Trauma
nicht Tagträumer


SE, EMDR oder MTL?





Somatic Experiencing 


(SE) funktioniert, indem es das Nervensystem sanft anleitet, blockierte traumatische Energie freizugeben, die nach einer Stressreaktion (Kampf, Flucht, Erstarrung) im Körper zurückbleibt, indem es die unvollendeten physiologischen Reaktionen langsam und schrittweise nachvollzieht und abschließt, oft durch "Pendeln" zwischen belastenden und sicheren Empfindungen und die Nutzung "Ressourcen" (innere Kraftquellen) zur Selbstregulation. 

Es geht nicht um das traumatische Ereignis selbst, sondern um die Körperreaktionen darauf, die durch achtsames Erforschen von Empfindungen in "kleinen Dosen" (Titration) zur Entladung gebracht werden, um eine Überforderung zu vermeiden und Lebendigkeit wiederherzustellen



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Ein Beispiel:


Klienten, die ihren Stress stark körperlich fühlen und darüber ausagieren. Der typische Hautausschlag mit Stressflecken. Der Stresshusten etc. Alles was psychosomatisch geworden ist, weil man funktionieren musste. Vor allem bei sehr verkopften Menschen, die sehr auf ihre Kontrolle fixiert sind. Aber auch Menschen, die emotional sind und viel Bauchschmerz wegen Angst empfinden etc. 


Ein Vergleich beider Traumatherapien mit direktem 

Zusammenhang zum traumatischen Ereignis.


MTL


praktisch integrative moderne Traumatherapie nach Luschas


indirekte Traumatherapie



Wie auch beim EMDR gibt es hier die gleichen Anteile wie u.a. imaginative, kognitive und emotionale Traumaarbeit. Nur eben viel weniger konfrontativ. Welches die richtige Methode für Sie ist, hängt unter anderem davon ab, was Ihr Trauma auslöst bzw. was Ihnen passiert ist und wie es Ihnen damit geht oder was für ein Typ Mensch Sie sind und wie Ihr nneres System funktioniert, auf mögliche Trigger anspringt und wie Ihre Resilienz ausgestattet ist.


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Wiederholte Manipulation als Kind über einen längeren Zeitraum.


Bsp.:


Viele Jahre Opfer narzisstischer Gewalterlebnisse  durch Nahestehende Personen z.B. durch die Eltern, Geschwister, Trainer, Lehrer, Kollegen, Chefs oder Partner. = MTL





EMDR


Eye Movement Desensitization and Reprocessing
(Desensibilisierung und Abbau von Wiedererleben eines Stressor-Reizes durch Augenbewegungen)


direkte Traumatherapie



Einmalige plötzliche Ereignisse

Bsp.: Unfall = EMDR

Eine wahre Begebenheit: 


Eine Klientin hatte vor der ersten EMDR Sitzung noch eine Todesangst vor Hunden. 

Ihre unglaubliche Leidensgeschichte: 

Sie ist als Kind aus einem Kriegsgebiet geflohen, hat mehr als 10 Sprachen gelernt, weil sie nie so richtig zur Schule durfte als Asylantin in verschiedenen Ländern. Als sie endlich einen festen Wohnsitz mit ihrer Familie fand, lernte sie eine Freundin in der Schule kennen, die Angst vor Hunden hatte. 

Es geschah am helligten Tag, dass ihre Freundin eine Panikattacke auf dem Heimweg aus der Schule hatte, weil sie einen spazierenden Hund nicht hatte kommen sehen. Sonst wäre sie sofort auf die andere Straßenseite gewechselt. Aber das ging nicht und sie bekam keine Luft mehr, weil sich alles in ihr zusammenzog. 

Aus purer Solidarität übernahm die Klientin die Angst ihrer Freundin, obwohl sie vorher Hunde immer geliebt hat.

Nach der Sitzung meinte sie, "ich muß unbedingt einen Welpen haben" und lachte.





Mehr zu EMDR


- Es kann allerdings noch viel mehr als eine Traumatherapie sein. Es lässt sich sogar sehr umfangreich nutzen und bei vielen Krankheitsbildern bzw. Symptomen nutzen.


- Die Behandlung geht nicht nur über die Augen, es gibt auch Hand-, Knie-Tapping oder das gesteuerte EMDR Kit.


- Bilaterale Stimulierung beider Hemisphären in geschützter Atmosphäre sorgen für Entspannung.


- Es wird eine Desensibilisierung erzielt, damit Sie künftig nicht mehr auf den Reiz reagieren.


- So zeigt sich Schicht um Schicht, welche Bilder, Gefühle oder körperliche Wahrnehmungen wirken.


- Sie lernen Techniken kennen, die Sie in Zukunft in Ihren Alltag selbst integrieren können.


- Indiziert bei  Albträumen, Flashbacks und Dissoziationen, hilft dabei die Kontrolle zurück zu erhalten




Empfohlen und Hilfreich bei:


- PTBS

- Trauer

- Burnout

- akutes Trauma


Die 4 Phasen eines Traumas


- Kampf (Fight)

- Flucht (Flight

- Erstarrung (Freeze)

- Unterwerfung/Anpassung (Fawn)


Die 4 Phasen der Traumatherapie


Phase 1: Sicherheit und Stabilisierung

Phase 2: Traumabearbeitung (direkt oder indirekt Konfrontation)

Phase 3: Integration

Phase 4: Neuorientierung (Integration/Abschluss)


Die acht Phasen der EMDR-Therapie


Phase 1: Anamnese und Behandlungsplanung

  • Erhebung der Vorgeschichte, der aktuellen Symptomatik und der seelischen Stabilität.
  • Identifizierung belastender und verstärkender Erinnerungen, oft mithilfe einer Traumalandkarte.
  • Festlegung der Behandlungsziele und der Reihenfolge der zu bearbeitenden Erinnerungen.

Phase 2: Vorbereitung und Stabilisierung

  • Aufklärung des Klienten über den Ablauf und die Funktionsweise der EMDR-Therapie.
  • Erlernen und Aufbau von Ressourcen zur Selbststabilisierung, falls nötig.

Phase 3: Bewertung der belastenden Erinnerung

  • Fokussierung auf die zu bearbeitende Erinnerung mit ihren Komponenten: ein Bild, eine negative Selbstüberzeugung und die damit verbundenen Emotionen sowie Körperempfindungen.

Phase 4: Desensibilisierung und Verarbeitung

  • Anwendung von bilateraler Stimulation, während der Klient sich auf die im dritten Phase fokussierten Komponenten konzentriert.
  • Dies ermöglicht es dem Gehirn, die belastende Erinnerung neu zu verarbeiten.

Phase 5: Verankerung

  • Stärkung und Verknüpfung einer positiven Selbstüberzeugung mit der ursprünglichen traumatischen Erinnerung.
  • Dies wird durch eine weitere Stimulationsserie gefestigt, bis die positive Kognition sich stimmig anfühlt.

Phase 6: Körpertest

  • Überprüfung auf verbleibende negative Körperempfindungen, die mit der Ausgangssituation verbunden sind.

Phase 7: Abschluss

  • Nachbesprechung der Sitzungsergebnisse und Zusammenfassung des Erlebten.
  • Sicherstellung, dass der Klient sich gut fühlt und der Verarbeitungsprozess am Ende der Sitzung stabilisiert ist.

Phase 8: Nachbefragung


Überprüfung in der Folgesitzung, ob die erzielten Ergebnisse stabil geblieben sind und die positive Kognition weiterhin zutrifft.



Absolute Kontraindikationen

  • Akute Psychosen: Schizophrenie, schwere bipolare Störungen in akuter Phase.
  • Schwere dissoziative Störungen: Schwere Depersonalisation/Derealisation.
  • Aktiver Substanzmissbrauch: Aktive Suchtprobleme oder Einfluss von Drogen/Alkohol.
  • Schwere hirnorganische Störungen: Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Demenz.
  • Unkontrollierbare Epilepsie: oder andere schwere somatische Erkrankungen.
  • Unzureichende Stabilität: Mangelnde Ich-Stärke, fehlende Ressourcen, um mit traumatischem Material umzugehen.

Relative Kontraindikationen

  • Schwangerschaft: Oft besser auf die Zeit danach verschieben; bei Trauma-Bezug zur Schwangerschaft nur nach Absprache mit Arzt.
  • Schwere Depressionen mit Suizidalität: Stabile Behandlung muss Vorrang haben.
  • Anhaltender Täterkontakt: Solange der Kontakt besteht, sollte das Trauma nicht bearbeitet werden.
  • Komplexe PTBS: Kann behandelt werden, erfordert aber erfahrene Therapeuten und angepasste Strategien (nicht nur Standard-EMDR).

Wichtige Hinweise

  • Vorbereitung: Der Patient muss eine ausreichende psychische und körperliche Stabilität besitzen, um die Therapie durchstehen zu können.
  • Retraumatisierung: Eine schlecht durchgeführte EMDR-Therapie kann schädlich sein und eine Retraumatisierung verursachen, daher ist die Expertise des Therapeuten im Umgang mit traumatisierten Menschen entscheidend.
  • Auch ein EMDR-Therapeut, der schon lange praktiziert, kann seit 20 Jahren den gleichen Fehler machen. Also lassen Sie sich davon allein nicht blenden. Schauen Sie besser vorher in die Vita, um zu sehen mit welchem weiterem Background Sie therapiert werden.

Rechtliche Probleme: Laufende rechtliche Auseinandersetzungen (z.B. mit dem Täter) sind ein wichtiger Ausschlussgrund. -> Leben retten geht vor!




Buchen Sie eine Erstgespräch, um mehr darüber zu erfahren, ob diese Methode vielleicht besser für Sie ist.


k2.traumazentrum.wellenreiter@gmail.com